Ein Unternehmenschef kontrolliert sich selbst – dieses Problem kennen wir aus dem angelsächsischen Raum, wo der CEO oft in Personalunion auch Chairman ist. Doch während die Doppelrollen gerade in den USA zunehmend kritisch gesehen werden, importiert der Medienkonzern Burda das System nach Deutschland. Die Familie um Patriarch Hubert Burda hat das Unternehmen von einer GmbH in eine SE umgewandelt und den bisherigen und künftigen CEO Paul-Bernhard Kallen (60) zugleich zum Chairman des neuen Verwaltungsrats ernannt. Auch Vorstandsmitglied Andreas Rittstieg sitzt in dem Gremium; die weiteren Mitglieder sind Hubert Burda und seine beiden Kinder. Unabhängige Experten? Fehlanzeige. Wir meinen: Der Patriarch hat die Chance verschenkt, die Corporate-Governance-Strukturen zu professionalisieren und für effektive „Checks and Balances“ zu sorgen. Hoffen wir, dass es gut geht.