Telekombranche: Telecom Italia vor Chefwechsel

Nach nur 15 Monaten ist schon wieder Schluss: Telecom Italia bestätigt, dass sich der Verwaltungsrat am Montag treffen wird, um über die Trennung von CEO Flavio Cattaneo zu beraten.

Nach nur 15 Monaten bahnt sich bei Telecom Italia erneut ein Führungswechsel an. Flavio Cattaneo wird den Konzern am kommenden Donnerstag nach der Vorlage exzellenter Halbjahreszahlen verlassen. Der französische Financier und Ankeraktionär Vincent Bolloré – er hält seine Titel über den Medienkonzern Vivendi – setzt Cattaneo mit einer Abfindung in Höhe von geschätzten 30 Mio. € vor die Tür. An die Macht kommt dann beim italienischen Ex-Monopolisten voraussichtlich ein Triumvirat, das aus Telecom-Präsident Arnaud de Puyfontaine, dem jetzigen Vizepräsidenten Giuseppe Recchi als neuem CEO und dem israelischen Vivendi-Manager Amos Genish als Generaldirektor besteht. Telecom Italia bestätigte am Freitagabend, dass der Verwaltungsrat am Montag über die Trennung von Cattaneo beraten wird. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor über den Abgang berichtet.

Das Verhältnis zwischen dem erfahrenen Konzernsanierer aus Mailand und dem bretonischen Milliardär und Vivendi-Patron Bolloré war seit Monaten angespannt. Nun soll der Telecom-Verwaltungsrat an der Sitzung am Montag die Abgangsprämie für den entlassenen Konzernchef bewilligen. Bolloré und sein Konzernpräsident de Puyfontaine verfügen im Aufsichtsgremium über eine Mehrheit. Die fünf Vertreter der institutionellen Anleger und der Kleinaktionäre dürften allerdings eine Erklärung für den Hinauswurf des Chefs und für die horrende Prämie verlangen.

Cattaneo war im April 2016 von Bolloré an die Spitze der Telecom berufen worden. Er löste damals Marco Patuano ab, der sich ebenfalls mit dem französischen Grossaktionär überworfen hatte. Cattaneo erfüllte seine Aufgabe mit Erfolg.

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