Familienunternehmen: Aufsichtsräte als Bremsklötze?

Kürzlich haben wir den Medienkonzern Burda kritisiert, weil der CEO zugleich Chef des neuen Verwaltungsrats ist. Die Replik kam zufällig nahezu zeitgleich per Interview: Es sei für Hubert Burda wichtig, „dass wir nicht nur gute, sondern auch schnelle Entscheidungen treffen“, begründete der zweifache Chef Paul-Bernhard Kallen die Konstruktion. Sind mit unabhängigen Experten besetzte Gremien also Bremsklötze, die Management-Entscheidungen verlangsamen?

Schnelle Entscheidungen dank digitaler Gremien

Keine Frage: Das kann passieren. Wer seine Überwachungsfunktion ernst nimmt, muss nachhaken und diskutieren. Das braucht Zeit und ist für viele Familienunternehmen ungewohnt. Aber es kann eben auch falsche Weichenstellungen verhindern, die sich aus Fehlein- und/oder Selbstüberschätzungen der Manager ergeben. Die Antwort auf das Dilemma sollte aus unserer Sicht deshalb keine Personalunion sein, sondern ein flexibles, digital arbeitendes Gremium, dass sich auch zwischen den regulären Sitzungen eng abstimmt. Immerhin scheint selbst Kallen nicht vollends überzeugt von dem Konstrukt: „Meine neue Doppelrolle ist nicht in Stein gemeißelt, sondern nur in diesem historischen Momentum richtig“, sagt er.

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