Stimmrechtsberater wie ISS und Glass Lewis haben den Widerstand gegen üppige Boni angeführt und damit die abgelaufene HV-Saison geprägt wie nie zuvor. Angesichts ihres wachsenden Einflusses hat die EU im Rahmen der Aktionärsrechterichtlinie zu mehr Transparenz verpflichtet. So müssen sie spätestens ab 2019 detailliert erläutern, inwiefern sie bei ihren Empfehlungen Markt-, Branchen- und Unternehmensspezifika berücksichtigen. Das soll voreiligen Pauschalurteilen und einer angelsächsisch geprägten „one-size-fits-all“-Governance entgegenwirken. Zudem müssen die Aktionärsberater detailliert über Interessenkonflikte aufklären – etwa, wenn sie Unternehmen in Sachen Corporate Governance beraten. Bei diesem Punkt soll auch in der Schweiz mehr Transparenz einkehren: Die Schweizer Börse will gelistete Unternehmen verpflichten, die Namen von Stimmrechtsberatern zu veröffentlichen, denen sie Beratungsmandate erteilt hat. Die Schweizer Aktionärsberatung Ethos begrüßt das Vorhaben: Die Auskünfte seien entscheidend, um „allfällige Interessenkonflikte“ erkennen und beurteilen zu können.