Keine Frage: Seit dem Einstieg des Investors Active Ownership Capital (AOC) im vergangenen Jahr hat Stada erhebliche Fortschritte in Sachen Corporate Governance gemacht. Der übermächtige und üppig vergütete Chef Hartmut Retzlaff verließ den Pharma-Konzern, kompetente Aufsichtsräte kamen an Bord. Doch im Zuge des Übernahmekampfes und der Aussicht auf satte kurzfristige Gewinne scheinen Governance-Erwägungen nun in den Hintergrund gerückt zu sein

Nachfolgeplanung: Kurzfrist-Verträge fördern kurzfristiges Denken

So nahmen CEO Matthias von Wiedenfels und Finanzchef Helmut Kraft Anfang Juli überraschend ihre Hüte, und ihren Nachfolgern gewährte der Aufsichtsrat um Carl Ferdinand Oetker nur Verträge bis zum Jahresende. Gute Nachfolgeplanung sieht anders aus; hinzu kommt: Warum sollten Vorstände mit Kurzfristig-Verträgen langfristig denken? Und wie viel Autorität haben sie? Der Stada-Aufsichtsrat scheint zum wahren Machtzentrum zu werden, und parallel dazu ist mit Hedegefonds-Manager Paul Singer ein weiterer Aktivist auf den Plan getreten. Seine Elliott Management hält fast neun Prozent an Stada – und wir fürchten, dass es Singer um kurzfristige Gewinne geht statt um langfristige Erfolge dank guter Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat ist damit umso stärker in der Pflicht.