Aktienrückkäufe: Boni-Tuning statt Zukunftsinvestitionen

Diese Zahlen werfen Fragen auf: Laut einer Studie des „Institute for New Economic Thinking“, über die die New York Times jüngst berichtete, haben US-amerikanische Pharmakonzerne binnen zehn Jahren sage und schreibe 516 Milliarden Dollar für Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien ausgegeben. Für Forschung und Entwicklung blieben dagegen nur 465 Milliarden Dollar übrig. Bei einigen Konzernen wie Gilead Sciences und Biogen fielen allein die Aktienrückkäufe teurer aus als die F&E-Ausgaben.

Managergehälter: Vergütungssysteme schaffen Fehlanreize

Aus unserer Sicht verscherbeln Verantwortliche in solchen krassen Fällen die Zukunft des Unternehmens, um Investoren zufriedenzustellen – und womöglich über steigende Kurse die eigenen Boni zu tunen. Erfreulicherweise ufern Aktienrückkäufe hierzulande nicht derart aus wie in Übersee. Aber das abschreckende Beispiel der US-Pharmabranche sollte Aufsichtsräten klar machen: Wenn Vorstände entsprechende Überlegung anstellen, ist eine besonders kritische Analyse geboten – vor allem, wenn sich die Managergehälter am Aktienkurs orientieren.

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