Guy Wyser-Pratte hat die deutsche Wirtschaft schon aufgemischt, als der Begriff „aktivistischer Investor“ noch weitgehend unbekannt war. Jetzt hat er sich ein neues Opfer vorgeknöpft: Wie Ende vergangener Woche bekannt wurde, ist Wyser-Pratte beim Bremer Satellitenhersteller OHB eingestiegen – und hat in einem aggressiv-spöttisch formulierten Brief an Vorstandschef Marco Fuchs deutlich gemacht, was ihn besonders stört: die Besetzung des Aufsichtsrats.

„Feudal-Aristokratie“ im Aufsichtsrat von OHB?

Gremienchefin und CEO-Mutter Christa Fuchs sei „bei allem gebotenen Respekt“ bereits in einem „fortgeschrittenen Alter“, so Wyser-Pratte. Zudem seien ihr die beiden anderen Aufsichtsratsmitglieder „untertänig“, was an die Führungsstruktur einer Feudalaristokratie erinnere – mit „Vasallen, die ihrem Grundherren zu Diensten sind“. Der Investor forderte ein Gespräch über „elementare Grundsätze der Corporate Governance“. Wir meinen: Über Wyser-Prattes Stil kann man streiten, aber er trifft einen wunden Punkt. Wir sind gespannt, wie OHB reagiert und halten Sie auf dem Laufenden.