Daimler, Linde & Siemens: Die Schnell-Entscheider im Dax

Unternehmen müssen angesichts des rasanten digitalen Wandels agiler werden, und vielerorts sind vollmundigen Ankündigungen bereits Taten gefolgt. Daimler, Siemens und Linde würden Entscheidungswege und Reporting-Ketten deutlich verkürzen, indem sie mehr Verantwortung an die operativen Einheiten delegieren, lobt Ingo Speich von Union Investment. Zugleich warnt er jedoch, dass die Reformen erhebliche Herausforderungen in Sachen Corporate Governance bergen.

Vorstand und Aufsichtsrat müssen nah dran bleiben

Entscheidend sei, dass der Vorstand trotz größerer Freiheiten einzelner Sparten „nah am Geschäft bleiben und die Zügel in der Hand behalten“, so Speich. Das gelte auch für den Aufsichtsrat, weil womöglich in operativen Einheiten Entscheidungen gefällt werden, die gar nicht zum Kontrollgremium vordringen. Diese Gefahr sehen wir ebenfalls – und wiederholen deshalb unsere Einschätzung, dass dezentral organisierte, agile Unternehmen auch agilere Aufsichtsräte brauchen. Das heißt zum Beispiel, dass sie auch zwischen Präsenz-Sitzungen diskussions- und entscheidungsfähig sein müssen und dass sie sich nicht allein vom Vorstand, sondern  auch mit Führungskräften aus den Sparten austauschen sollten. Wenn sich Unternehmen neu erfinden, können Aufsichtsräte eben nicht weiter machen wie bisher.

DCGIBoardNews

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