Alarmierende Studie: Aufsichtsräte scheuen Kritik und Konflikte

Die Bereitschaft deutscher Aufsichtsräte, kritische Fragen zu stellen und Konflikte auszutragen, ist immer noch überschaubar. Das zeigt die neue „Aufsichtsratsstudie 2017“ der Hochschule Landshut, für die die Forscher mehr als 200 Aufsichtsräte und Vorstände befragt haben. Auf einer Skala von 0 bis 3 bewerten die Teilnehmer die „Unabhängigkeit und Konfliktbereitschaft“ mit 1,3 und die „Bereitschaft, sich mit Problemen auseinanderzusetzen und kritische Fragen zu stellen“ mit 1,5.

Personal Governance: Es hapert am Selbstverständnis

Zum Vergleich: Die „berufliche Erfahrung“ der Gremienmitglieder (2,2) und die „Zusammenarbeit mit dem Vorstand“ (2,1) schätzen die Befragten deutlich besser ein. Die Ergebnisse decken sich mit unseren Eindrücken: Während die formalen Voraussetzungen für den Job häufiger als früher stimmen (etwa, was Kompetenz und Erfahrung angeht), hapert es häufig noch am richtigen Selbstverständnis. Das zeigt im Übrigen auch, dass formale Corporate-Governance-Vorgaben nur begrenzt wirken. Die wohl größte Herausforderung ist deshalb, sie mit Leben füllen und die Personal Governance zu verbessern.

Hinweis: „Der autonome Aufsichtsrat“ ist eines der zentralen Themen auf dem 12. Deutschen Aufsichtsratstag am 24. November in Düsseldorf (#dart12).

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