ProSiebenSat.1: Wenn Aufsichtsräte Aktien kaufen

Das Spitzenduo des ProSiebenSat.1-Aufsichtsrats ist offensichtlich optimistisch, was die weitere Entwicklung des Medienkonzerns angeht. Trotz jüngster Kursturbulenzen haben Gremienchef Werner Brandt und seine Stellvertreterin Marion Helmes vor wenigen Tagen je sechsstellige Beträge in Aktien investiert. Allerdings sind solche Investments ein zweischneidiges Schwert. Denn einerseits sind sie ein Vertrauensbeweis und ein klares Bekenntnis zum Unternehmen, was an der Börse meist gut ankommt.

Wahre Unabhängigkeit durch gute Vermögensplanung

Andererseits können sie Anreize schaffen, bei Entscheidungen auch auf die kurzfristigen Folgen für den Aktienkurs zu achten. Aus unserer Sicht ist es deshalb gerade bei börsennotierten Unternehmen mit hohem Streubesitz und entsprechender Volatilität wichtig, dass Aufsichtsräte ausschließlich Geld investieren, dass sie auf absehbare Zeit nicht brauchen. Denn wirklich unabhängig ist nur, wer es sich locker leisten kann, Kursverluste auszusitzen. Ohne die Vermögensverhältnisse von Werner Brandt und Marion Helmes zu kennen, gehen wir aber davon aus, dass dies der Fall ist – und dass sich keiner von beiden mit dem ProSiebenSat1-Investment übernommen hat.

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