Bayern München: Aufsichtsratsvorsitzender vs. Vorstandschef

Dass Corporate Governance bei der FC Bayern München AG kein zentrales Thema ist, wissen wir spätestens seit der Rückkehr von Uli Hoeneß auf den Posten des Aufsichtsratschefs. In dieser Woche lieferte der Rekordmeister nun einen weiteren Beleg: Während der langjährige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge den Star-Stürmer Robert Lewandowski für kritische Aussagen in einem „Spiegel“-Interview attackierte, vertrat sein Aufsichtsratschef Uli Hoeneß eine konträre Auffassung.

Sports Governance: Wer sollte sich wozu äußern?

„Ich finde es immer gut, wenn sich ein Spieler Gedanken und Sorgen macht um seinen Verein“, sagte er. Man dürfe nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, „auch intern“. Nun sind wir keineswegs der Meinung, dass Aufsichtsrats- und Vorstandschef stets einer Meinung sein müssen – im Gegenteil. Aber Meinungsverschiedenheiten sollten bitte schön hinter verschlossenen Türen ausgetragen werden. Zudem muss klar sein, wer sich wozu öffentlich äußert. Vielleicht sollte Hoeneß mal Aufsichtsratskollegen wie Timotheus Höttges (Telekom) oder Werner Zedelius (Allianz) fragen, wie sie es als Vorstände bewerten würden, wenn Aufsichtsräte aktuelle operative Fragen kommentieren. Wir sind sicher: Sie wären „not amused“.

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