Managergehälter: Sind die Boni schuld am Diesel-Skandal?

Der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann hat jüngst die These aufgestellt, dass „umsatzabhängige Boni“ die Ursache des Diesel-Skandals sind: „Ich sehe einfach keine andere plausible Erklärung für die Entwicklung der Betrugssoftware als die“, sagte er dem Handelsblatt, „dass sich die Verantwortlichen davon einen Vorteil versprachen“. Wir halten das für plausibel und haben deshalb jüngst auf Parallelen zwischen der Finanz- und Bankenkrise und dem Diesel-Skandal hingewiesen.

Autobranche: Keine Demut, kaum Konsequenzen

In beiden Branchen waren über Jahre kurzfristige Umsatz- und Gewinnmaximierungen wichtiger als ethische Standards und seriöse Managergehälter. Aber während im Finanzsektor – zum Teil erzwungenermaßen und aufgrund neuer regulatorischer Vorgaben – die Sensibilität gewachsen ist, fehlt es uns in der Autobranche bislang an Demut. Und an entschlossenen Konsequenzen. Zu denen gehören neue, moderne Vergütungssysteme ohne Fehlanreize – am besten auf Basis der VARD-Leitlinien zu Managergehältern. Deren Co-Autor Louis Velthuis wird übrigens auf dem Deutschen Aufsichtsratstag (#dart12) am 24. November mit einflussreichen Proxy Advisern (Thomas von Oehsen, ISS und Alexander Juschus, IVOX Glass Lewis) über die Thematik diskutieren.

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