Bundestagswahl: Wer hat Ideen für gute Governance?

Gute Unternehmensführung hat im Wahlkampf leider keine zentrale Rolle gespielt – sehen wir mal von eher populistischen Tiraden gegen gierige Manager ab. Immerhin haben sich einige Parteien intensiv mit dem Thema Managergehälter auseinandergesetzt. So fordert die SPD unter anderem, dass Saläre nur noch bis 500.000 Euro als Betriebsausgaben absetzbar sind. Wir halten steuerliche Sanktionen allerdings nicht für zielführend, weil sie unser Steuerrecht weiter verkomplizieren und sich letztlich nur als Konjunkturprogramm für gewiefte Steuerberater entpuppen dürften.

Aufsichtsräte in die Pflicht nehmen

Auch pauschale Obergrenzen sehen wir skeptisch, weil dies die deutsche Wirtschaft im Wettbewerb um die besten Köpfe zurückwirft. Trotzdem besteht angesichts teils horrender Saläre und fragwürdiger Boni-Systeme Reformbedarf – und hier sind vor allem die Aufsichtsräte in der Pflicht. Interessant finden wir deshalb den Vorschlag des FDP-Wirtschaftsexperten Volker Wissing: Er will die Gremien verpflichten, einen individuellen „Gehaltskorridor“ für jeden Vorstandsposten festzulegen. Das habe den Vorteil, dass das Gehalt abstrakt mit der Position verknüpft wird und nicht mit einer Person, sagt er. Wir sind gespannt, ob die Idee nach der Wahl noch eine Rolle spielt.

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