VW-Aufsichtsratschef: Konzernchef Müller ist der richtige Mann

Nach einem Streit zwischen VW-Chef Matthias Müller und der Eigentümerfamilie, hat der Aufsichtsrat dem VW-Manager demonstrativ den Rücken gestärkt. Müller sei der richtige Mann, sagt Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen stärkt Konzernchef Matthias Müller nach Dissonanzen über einen möglichen Verkauf von Unternehmensteilen den Rücken. „Matthias Müller ist – und das ist die Sicht des ganzen Aufsichtsrates – der richtige Mann“, erklärte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview. Das Kontrollgremium und der Vorstand verfolgten gemeinsam das Ziel, den Wolfsburger Konzern bis 2025 von einem Autohersteller zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität zu entwickeln.

Pötsch verwies darauf, dass der Konzernchef noch einen bis 2020 laufenden Vertrag habe. „Er treibt gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen und mit ganzer Kraft die Veränderungen des Konzerns voran.“ Mit dessen Nachfolge werde sich der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit befassen. „Dabei sind wir natürlich ergebnisoffen.“ Damit schloss Pötsch weder aus, dass ein Kandidat von außerhalb des Unternehmens an die Spitze rücken, noch dass in Zukunft eine Frau den weltgrößten Autokonzern führen könnte.

Der demonstrative Schulterschluss an der Konzernspitze folgt auf eine öffentlich ausgetragene Diskussion zwischen Vorstandschef und den VW-Eigentümerfamilien. Müller hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, ein Team des Autobauers arbeite aktiv am Verkauf mehrerer Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft zählten. Das sorgte für Unruhe im Wolfsburger Mehr-Markenkonzern. Wolfgang Porsche, der Sprecher des Familienclans, konterte in einem Reuters-Interview, der Vorstand habe zwar das Recht, strategische Überlegungen anzustellen, Verkäufe stünden aktuell aber nicht auf der Tagesordnung. Diese Fragen seien im Kontrollrat bisher nicht diskutiert worden. Dem „Spiegel“ sagte Porsche, aktuell sehe er keine Notwendigkeit, sich von Teilen des Konzerns zu trennen.

Der 64-jährige Vorstandschef Müller hat dem vom Dieselskandal gebeutelten Volkswagen-Konzern den größten Umbau in der Firmengeschichte verordnet. Zusammen mit Chefaufseher Pötsch will er das Zwölf-Marken-Imperium zu einem führenden Anbieter von Elektromobilität, neuen Mobilitätsdiensten und selbstfahrenden Autos machen. Allerdings geht Pötsch nicht ganz unbelastet in den Konzernumbau:

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