Governance-Kodex: Nonnenmacher präzisiert Reformpläne

In einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „Der Aufsichtsrat“ hat der neue Vorsitzende der Corporate-Governance-Kommission seine Kritik am aktuellen Kodex präzisiert und Leitlinien für eine Reform definiert. So stellt Rolf Nonnenmacher klar, dass der Kodex kein Gesetz ist – „auch kein weiches“. In diesem Zusammenhang kritisiert er, dass begründete Abweichungen bisweilen vorschnell als „Verstöße“ gewertet werden. Zudem betonte der Multi-Aufsichtsrat (Continental, Covestro, ProSiebenSat1) erneut, dass der Kodex „keine Checkliste“ zum Abhaken sei, sondern vielmehr dazu beitragen soll, „dass sich Aufsichtsrat und Vorstand regelmäßig mit der Frage auseinandersetzen, was gute Corporate Governance für das eigene Unternehmen heißt“.

Diskussion auf dem Deutschen Aufsichtsratstag

Bei der anstehenden „grundlegenden Überarbeitung“ will Nonnenmacher international anerkannten „Best Practices“ größeres Gewicht beimessen, den aktuellen Bestand an Empfehlungen und Anregungen kritisch überprüfen und die Frage diskutieren, ob das Regelwerk weiterhin gesetzliche Regelungen wiedergeben soll. Dies habe zu kurzen Überarbeitungszyklen beigetragen, weil der Inhalt an neue Gesetze angepasst werden musste. Zudem schlägt Nonnenmacher vor, dass sich der Aufbau künftig nicht mehr am Aktiengesetz, sondern an der Managementlogik orientiert – wobei „sowohl der niederländische als auch der südafrikanische Kodex eine gewisse Orientierung geben“ könnten.

(Hinweis: Professor Nonnenmacher ist einer der Referenten auf dem 12. Deutschen Aufsichtsratstag (#DART12) am 24. November in Düsseldorf und wird seine Gedanken zum Kodex und zur geplanten Reform dort vor- und zur Diskussion stellen. Wir freuen uns auf eine angeregte Debatte.)

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