Konglomerate: Es geht um Agilität – und nicht um Zerschlagung

Die Abspaltung der Siemens-Bahnsparte hat die Debatte über Vor- und Nachteile von Konglomeraten neu entfacht. Auf der einen Seite stehen Investoren, die komplexe Konzerne nicht verstehen und lieber selbst in ihren Portfolien für Risikostreuung sorgen; auf der anderen Seite Manager und Aufsichtsräte, die eine breite Aufstellung zu schätzen wissen – und überzeugt sind, dass dies die Nachteile überkompensieren kann (wenn man weiß, wie man Konglomerate managt).

Breit aufgestellt – und trotzdem agil

Gewinnen jetzt wieder die Investoren mit ihrer teils eindimensionalen Shareholder-Value-Philosophie die Oberhand? Wir meinen: Aktuelle Abspaltungen sind eher von der digitalen Transformation getrieben, die Unternehmen zwingt, schneller zu werden und Entscheidungsprozesse deutlich zu beschleunigen („Agilität“). Dabei helfen einfachere Strukturen, aber auch breit aufgestellte Konzerne können agiler werden – etwa durch ein Holding-Modell mit großen Freiheiten für die einzelnen Sparten. Wer jetzt Fokussierung predigt, sollte deshalb zunächst überlegen, wo das wahre Problem liegt – und ob man es nicht auch auf andere Weise lösen kann.

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