Unternehmenskultur: Warum Ancelotti bei Bayern München gescheitert ist

Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti ist nicht nur Fußball-Lehrer, sondern auch Autor: In seinem Buch „Quiet Leadership: Wie man Menschen und Spiele gewinnt“ beschreibt er, wie er mit Empathie und Gelassenheit Teams formt und auch schwierige Charaktere integriert. Zum Beispiel, indem er sie nicht in ein enges taktisches Korsett zwängt, sondern ihnen Raum zur Entfaltung gibt. Ein Habitus, der auch in Unternehmen zunehmend gefragt ist – gilt es doch, Teams zu formen, die Ideen für die digitale Transformation entwickeln und umsetzen.

Teamplayer vs. Autokrat: Hat der Richtige gewonnen?

Und auch, wenn bei Analogien zwischen Fußball und freier Wirtschaft Vorsicht geboten ist, wirft Ancelottis Rauswurf ein Schlaglicht auf ein Kernproblem teamorientierter Führung: Sie muss zur Unternehmenskultur passen. Doch in München regieren ein Aufsichtsratschef mit autokratischen Tendenzen (Uli Hoeneß) und ein Vorstandschef, der ebenfalls völlig anders tickt als Ancelotti (Karl-Heinz Rummenigge). Beiden taten sich von Anfang an schwer mit der Art des Italieners, und intern wurde immer deutlicher, dass er keinen vollen Rückhalt genießt – der Anfang vom Ende für jede Führungskraft. Wie groß die kulturelle Barriere war, zeigt übrigens auch die fragwürdige Art, mit der Hoeneß den Rauswurf kommentierte. Wir fragen uns: Wäre es womöglich besser gewesen, über die Firmen- und Führungskultur nachzudenken, statt den Trainer zu feuern?

(Hinweis: Auf dem 12. Deutschen Aufsichtsratstag am 24. November (#dart12) diskutieren wir mit Martin Spilker vom Kompetenzzentrum Führung und Unternehmenskultur der Bertelsmann Stiftung über „Digitale Transformation & Unternehmenskultur – Handlungsempfehlungen für Vorstand und Aufsichtsrat“)