Familienunternehmen: Wie Haniel die 672-köpfige Sippschaft zusammenhält

Schon zwei-, drei- und erst recht vierköpfige Familien können zu, sagen wir, komplexen Situationen führen. Wie stärkt man da unter 672 Verwandten das Zusammengehörigkeitsgefühl und beugt Konflikten vor? Die traditionsreiche Duisburger Industrie-Holding Haniel (u.a. ELG, Takkt, Ceconomy) macht es vor: Sämtliche Gesellschafter – allesamt Nachfahren des 1779 geborenen Gründers Franz Haniel – werden über die jährlichen Gesellschafterversammlungen hinaus eng ins Geschehen eingebunden.

Aus dem Familienbeirat in den Aufsichtsrat

Sobald sie Anteile am Familienunternehmen übernehmen, besuchen sie Seminare, in denen man ihnen die Werte und die Strategie des Familienunternehmens näherbringt. Zudem haben sie in der Haniel-Zentrale eine hochrangige Ansprechpartnerin, die das Handelsblatt jüngst unter dem Titel „Die Familienbetreuerin“ porträtierte. Aber auch institutionalisierte Mitsprache ist gesichert: Die Gesellschafter wählen einen Beirat aus 30 Familienmitgliedern, von denen vier in den Haniel-Aufsichtsrat einziehen (Vorsitzender des Gremiums ist Franz Markus Haniel). Im operativen Geschäft mischt dagegen kein einziger Haniel mit: Das Management überlassen die Haniels bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts Familienfremden.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.