Deutsche Bahn: Warum Aufsichtsratschef Felcht jetzt zurücktreten sollte

Zugegeben: Der weit verbreitete Drang, für jede Fehlentwicklung möglichst schnell einen Schuldigen zu präsentieren, stört uns bisweilen gewaltig. Denn oft verstellt der Fokus auf Personen den Blick auf die wahren Ursachen. Deshalb tun wir uns nicht leicht mit der Forderung nach personellen Konsequenzen, aber nach dem monatelangen Chaos um wichtige Vorstandsposten bei der Deutschen Bahn ist aus unserer Sicht die Zeit gekommen: Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht sollte die Verantwortung für die miserable Nachfolgeplanung übernehmen – und den Weg frei machen für einen Nachfolger, der mehr Autorität und Verhandlungsgeschick in die Waagschale werfen und endlich einen Kompromiss herbeiführen kann.

„Bahn-Aufsichtsrat ist kein Bundestags-Ausschuss“

Allerdings sollte dies nicht den Blick auf die Wurzel des Übels verstellen: die Politiker und Staatssekretäre im Aufsichtsrat der Bahn, die offenbar wenig von Corporate Governance verstehen – und dafür umso mehr von politischer Taktiererei. „Der Bahn-Aufsichtsrat ist kein Fachausschuss des Deutschen Bundestages“, mahnte Handelsblatt Chefkorrespondent Dieter Fockenbrock Ende vergangener Woche– und forderte „mehr Fachkompetenz“ für das Gremium. Da können wir uns nur anschließen.

DCGIBoardNews

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