Deutsche Telekom: Fortbildungen für Aufsichtsräte – organisiert vom Vorstand?

Wir werden nicht müde, es zu betonen: Wer einen guten Job als Aufsichtsrat machen will, muss sich im Zeitalter der digitalen Transformation bereitwillig in neue Themen einarbeiten und gezielt fortbilden (siehe dazu auch die Berufsgrundsätze der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland). Insofern begrüßen wir sehr, dass die Deutsche Telekom „ein Programm für die Qualifizierung von Aufsichtsräten“ gestartet hat, wie Vorstandsmitglied Claudia Nemat jüngst im Gespräch mit dem „Spiegel“ verkündete.

Wie Vorstände ihre Aufsichtsräte lenken könnten

Erstaunt hat uns allerdings, dass Nemat offenbar federführend an der Organisation des Programms beteiligt ist (das legt jedenfalls der Wortlaut des Interviews nahe). Aus unserer Sicht birgt dies die Gefahr, dass der Vorstand auf Inhalte Einfluss nimmt. Die „Überwachten“ würden dann entscheiden, womit sich ihre „Überwacher“ beschäftigen – und könnten, theoretisch jedenfalls, mehr Kompetenz in Bereichen verhindern, in denen sie kritische Fragen vermeiden wollen. Unabhängigkeit sieht anders aus. Wir empfehlen Aufsichtsräten deshalb, ihre Fort- und Weiterbildungen selbst zu organisieren – vor allem, was die Inhalte angeht.

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