DFB-Reform: Was uns Hoffnung macht – und was noch fehlt

Nachdem die Reformen bei der FIFA frustrierend wenig gebracht haben, will es der kaum weniger skandalgebeutelte DFB nun besser machen. Der Verband hat mit Hilfe von McKinsey eine neue Struktur entwickelt, die ab Anfang 2018 greifen soll. Unterm Strich ist das Vorhaben aus unserer Sicht ein Schritt in die richtige Richtung – und deshalb ein „Corporate-Governance-Top der Woche“: Die Zahl der Abteilungen und „Direktorien“ sinkt deutlich, und es gibt künftig klarere Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege. Zudem fungieren Generalsekretär Friedrich Curtius und seine Direktoren (u.a. Oliver Bierhoff) als eine Art Vorstand.

Der DFB braucht einen Aufsichtsrat!

„Wir übernehmen viele Best-Practice-Beispiele aus der Wirtschaft“, sagt Curtius. Allerdings haben die DFB-Granden offenbar irgendwann Angst vor der eigenen Courage bekommen –  und sind auf halbem Weg stehen geblieben. So bleibt das Ressort Finanzen, anders als von McKinsey empfohlen, beim 19-köpfigem „Präsidium“ um Reinhard Grindel angesiedelt. Statt die Mitglieder zu De-facto-Aufsichtsräten zu machen, dürfen sie also weiter kräftig mitregieren. Immerhin: Der DFB diskutiert noch über eine neue Geschäftsordnung fürs Präsidium. Wir sind gespannt, ob die Alphatiere Grindel, Rauball & Co. bereit (und fähig) sind, sich zurückzunehmen und in den Aufsichtsrats-Modus zu wechseln.

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