Chef der Deutschen Börse Kengeter tritt zurück

Carsten Kengeter, der seit Monaten unter Insider-Verdacht stehende Chef der Deutschen Börse, tritt Ende des Jahres von seinem Posten zurück. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Nach quälenden neun Monaten zieht der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, die Konsequenz aus einer Insideraffäre und tritt zurück. Der 50 Jahre alte ehemalige Investmentbanker räumt seinen Posten zum 31. Dezember 2017, wie der Dax-Konzern nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrates am Donnerstag mitteilte.

„Der Aufsichtsrat hat den Rücktritt mit großem Bedauern akzeptiert“, teilte das Unternehmen mit. Wer Kengeters Nachfolger werden soll, wolle man „in Kürze“ bekanntgegeben. Kengeter werde den Konzern so lange weiter führen und habe dafür „das volle Vertrauen des Aufsichtsrats“.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Anfang der Woche die Ermittlungen gegen Kengeter wieder aufgenommen, nachdem zuvor eine Einigung mit der Justiz am Widerspruch des zuständigen Gerichts gescheitert war.

„Besondere Verantwortung“

„Angesichts der Bedeutung des Falls halten wir aufgrund der Aktenlage eine Einstellung des Verfahrens für nicht angemessen“, sagte Frank Richter, Vize-Präsident des Amtsgerichts Frankfurt dazu kürzlich gegenüber FAZ.NET. „Die Stellungnahme der Bafin, die wir angefordert haben, kann dabei eine Rolle gespielt haben.“

Die Finanzaufsicht hat zwar juristisch keine Mitsprache, hat sich aber kritisch zu der Einigung geäußert. Dem Vernehmen nach hält sie insbesondere die persönliche Geldauflage gegen Kengeter in Höhe von 500.000 Euro für zu niedrig. „Das Gericht spricht von einem nicht unerheblichen Tatbestand, hält die Geldauflage eher für zu gering und verweist auf die berufliche Stellung des Betroffenen und seine besondere Verantwortung“, sagt Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

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