„Wer unternehmerisch denken soll, muss auch unternehmerisch bezahlt werden.“ Mit diesem Argument rechtfertigen viele Aufsichtsräte lukrative Managergehälter und Boni-Programme, und im Kern ist das Argument natürlich richtig. Allerdings gerät dabei zu oft in Vergessenheit, dass zum unternehmerischen Denken auch unternehmerische Risiken gehören – und die fragwürdige Bankgarantie für das Salär des Air-Berlin-Kurzzeit-Chefs Thomas Winkelmann ist dafür nur ein besonders deutliches Beispiel.

Kompromisse in Krisenphasen: Wie weit darf man gehen?

Allerdings sollten wir in diesem Fall fairerweise berücksichtigen: Aufsichtsräte von Krisenunternehmen haben schlechte Karten im Wettbewerb um gute Manager – und müssen deshalb bisweilen schmerzhafte Kompromisse eingehen, über die man hinterher triftig streiten kann. Statt uns allein am Fall Winkelmann festzubeißen, sollten wir grundsätzlich der Frage nachgehen: Wie steht es denn um die Risiko-Komponente in den Vergütungssystemen deutscher Vorstände? Und welche Risikobereitschaft erwarten wir von ihnen, wenn’s um sie selbst geht? Klar ist aus unserer Sicht: Manager, denen es vor allem um ihre eigene Absicherung geht, bringen nicht das richtige „Mindset“ für die digitale Transformation mit.