SAP & Compliance: Wann ist Schluss mit den Skandalen?

Man sollte doch meinen, dass die Zahl der Affären und Skandale mehr als zehn Jahre nach der Siemens-Affäre und intensiven Compliance-Anstrengungen in der gesamten Wirtschaft langsam zurückgeht. In diesen Wochen scheint aber eher das Gegenteil der Fall zu sein; nach Airbus hat es nun SAP erwischt: Das Software-Unternehmen sieht sich in Südafrika mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert und räumte Ende vergangener Woche „mögliches Fehlverhalten“ beim Umgang mit der umstrittenen Unternehmerfamilie Gupta ein, die enge Beziehungen zum Präsident Zuma pflegt.

Immerhin: Der Vorstand setzt nicht allein auf Kontrollen

SAP hat deshalb Disziplinarverfahren gegen drei Manager eingeleitet und angekündigt, die Compliance-Abteilung auszubauen. Aber wie bereits im Zusammenhang mit Airbus erwähnt: Kontrollen sind gut, aber wichtiger und wirkungsvoller wäre eine bessere Unternehmenskultur. Diese Erkenntnis ist offenbar auch bei SAP gereift: Vorstandsmitglied Adaire Fox-Martin setzt nicht allein auf Kontrollen, sondern schafft zudem Vertriebsprovisionen bei Geschäften mit der öffentlichen Hand ab – zumindest in Staaten, die beim Korruptionsindex von Transparency International weniger als 50 Punkte erreichen. Dazu gehören etwa China und Indien, aber auch Italien und Griechenland. Wir meinen: Ein starkes Signal, dass SAP nicht um jeden Preis Geschäfte machen will.

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