Deutsche Börse: Warum Aufsichtsratschef Faber trotz allem bleiben muss

Na klar: Aus heutiger Sicht hätte der Aufsichtsrat der Deutschen Börse früher die Reißleine ziehen und sich von Vorstandschef Carsten Kengeter trennen müssen. Allerdings war das Scheitern eines „Deals“ mit der Staatsanwaltschaft – so sehr dies aus rechtsstaatlicher Sicht zu begrüßen ist – nicht zwingend zu erwarten. Und da Kengeter ein guter Manager ist, der operativ viel bewegt hat und noch hätte, können wir das Abwarten des Aufsichtsrats nachvollziehen. Hinterher ist man eben immer schlauer.

War Faber „trotzig wie ein Kleinkind“?

Forderungen nach einem Rücktritt von Aufsichtsratschef Joachim Faber halten wir deshalb für überzogen; Vorwürfe, der 67-Jährige habe „trotzig wie ein Kleinkind“ (WirtschaftsWoche) und „geradezu halsstarrig“ (Capital) an Kengeter festgehalten, gehen am Kern der Sache vorbei. Hinzu kommt: Es wäre alles andere als im Interesse des Unternehmens, wenn zeitgleich die Posten von Aufsichtsrats- und Vorstandschef vakant sind. Deshalb begrüßen wir, dass Faber die Herausforderung annimmt und den Karren wieder aus dem Dreck ziehen will. Wenn er jetzt eine überzeugende Nachfolgelösung präsentiert, darf er aus unserer Sicht gerne bleiben.

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