HelloFresh: Welche Fragen der Aufsichtsrat aufwirft

Gute Nachrichten für den Aktienmarkt: Der Kochboxen-Lieferservice HelloFresh hat Ende vergangener Woche einen erfolgreichen Börsengang hingelegt. Weniger erfreulich finden wir, dass es im Vorfeld häufig um das Management, Finanzkennzahlen und Umsatzprognosen ging, aber wenig bis gar nicht um den Aufsichtsrat – zumindest in der medialen Berichterstattung. Aus unserer Sicht wird vielerorts noch immer unterschätzt, wie wichtig ein gut aufgestelltes Gremium für den mittel- bis langfristigen Unternehmenserfolg ist.

Zu wenige Frauen und Manager, zu viele Investoren

Und was den siebenköpfigen HelloFresh-Aufsichtsrat angeht, drängen sich durchaus einige Fragen auf. So gehört dem Gremium mit der Siemens-Managerin Ursula Radeke-Pietsch lediglich eine Frau an. Noch auffälliger ist die Dominanz von HelloFresh-Anteilseignern wie Oliver Samwer (Rocket Internet) oder Dmitry Falkovich (Phenomenom Ventures): Sie müssen jetzt beweisen, dass sie als Investoren keine Eigeninteressen verfolgen, sondern ihr Mandat zum Wohle des Unternehmens ausüben. Unabhängig davon möchten wir darauf hinweisen: Die Investoren-Lastigkeit des Aufsichtsrats mag bei einem Startup verständlich sein. Für ein börsennotiertes Unternehmen, dass die nächste Wachstumsstufe zünden will, wäre aus unserer Sicht mehr echte Managementkompetenz wünschenswert.

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