Karl-Ludwig Kley: Wie Eons Chefaufseher einen Kollegen maßregelt

Eon-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley hat seinem Unmut Luft gemacht. Vertreter von Uniper hätten seinem Vorstandschef Johannes Teyssen „öffentlich in nicht nachvollziehbarer und nicht akzeptabler Weise Wortbruch vorgeworfen“, schrieb er seinem dortigen Amtskollegen Bernhard Reutersberg. Der Chefkontrolleur, so Kleys Forderung, möge das Uniper-Management um Vorstandschef Klaus Schäfer doch bitte zurückpfeifen. Anlass für den Brandbrief ist die Tatsache, dass Eon seine Uniper-Anteile an den finnischen Energie-Konzern Fortum verkaufen will. Bei Uniper war man davon ausgegangen, dass Eon nach der Aufspaltung langfristig als Großaktionär an Bord bleibt.

Flankierende Berichterstattung hinterlässt faden Beigeschmack

Nun können wir den Impuls, den eigenen Vorstandschef gegen öffentliche Angriffe zu verteidigen, durchaus nachvollziehen. Einen anderen Aufsichtsratsvorsitzenden zu belehren und unter Druck zu setzen, geht jedoch zu weit – zumal die flankierende Berichterstattung im Handelsblatt den Eindruck hinterlässt, dass die Veröffentlichung des Briefes geplant war oder zumindest billigend in Kauf genommen wurde. Aber selbst wenn nicht: Der Versuch, die Amtsführung eines Kollegen zu beeinflussen, zeugt nicht unbedingt von Respekt oder gelebter Corporate Governance.

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