Metro: Aufsichtsrat Jürgen Steinmann unter Insider-Verdacht

Macht es Sinn, wenn Aufsichtsräte Aktien des Unternehmens kaufen? Das ist unter Corporate-Governance-Experten umstritten. Denn einerseits ist das Investment ein Bekenntnis zum Unternehmen – und andererseits kann es Anreize schaffen, bei Entscheidungen auch die kurzfristigen Folgen für den Aktienkurs zu berücksichtigen. Der Fall von Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinmann offenbart nun einen weiteren potentiellen Nachteil: Insider-Vorwürfe.

„Sichtbarer“ Vertrauensbeweis – oder Insiderhandel?

Der frühere Barry-Callebaut-Chef hatte kurz nach seiner Wahl im Februar 2016 für mehr als eine Million Euro Metro-Aktien gekauft. Sechs Wochen später gab das Unternehmen die Abspaltung des Elektronik-Geschäfts um den Media-Markt bekannt, woraufhin die Aktie kräftig zulegte. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt deshalb wegen Insiderhandel. Steinmann betont, sein Investment sei als „sichtbares Zeichen“ für seinen Glauben an den Erfolg der Metro gedacht gewesen. Über Insiderinformationen habe er zum Zeitpunkt des Aktienkaufs nicht verfügt.

DCGIBoardNews

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