Allianz-Chef Oliver Bäte: Warum macht er, was er hasst?

Noch vor knapp einem Jahr hat Allianz-Chef Oliver Bäte aus seiner Abneigung keinen Hehl gemacht: „Ich hasse Aktienrückkäufe“, sagte er laut Handelsblatt gegenüber Investoren. Doch inzwischen hat er seine Meinung offenbar geändert: Die Allianz hat Ende vergangener Woche angekündigt, 2018 ein zwei Milliarden Euro schweres Rückkaufsprogramm zu starten. Das hat uns überrascht und geärgert, weil wir derartige Programme skeptisch sehen – genau wie langfristig orientierte Investoren. Ingo Speich von Union Investment etwa sieht „keinen Mehrwert“ und lehnt entsprechende HV-Anträge prinzipiell ab.

Aktienrückkäufe: Boni-Tuning zulasten der Zukunft?

Hinzu kommt: Die Versicherungsbranche steht angesichts der digitalen Transformation vor ganz besonderen Herausforderungen; aus behördenähnlichen Konzernen müssen agile und innovative Unternehmen werden. Und Bäte ist bisher positiv aufgefallen, weil er Veränderungen entschlossen vorangetrieben und interne Widerstände überwunden hat. Sind die Aktienrückkäufe nun womöglich der Preis für den Rückhalt wichtiger Investoren und Manager, die in Form von Kursgewinnen und/oder Boni profitieren? Dann wäre deren Zustimmung teuer erkauft.

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