Family Governance: Wird Clemens Tönnies vom Saulus zum Paulus?

Der ostwestfälische Fleischkonzern Tönnies war bislang alles andere als ein Hort guter Corporate und Family Governance: Der übermächtige Chef und ein hässlicher Familienstreit prägten das Bild; ein Aufsichtsgremium existierte nicht. All das ändert sich jetzt: Patriarch Clemens Tönnies hat sich mit seinem Neffen Robert geeinigt und holt mit Ex-Müller-Manager Andres Ruff einen gleichberechtigten Manager in die vierköpfige Geschäftsführung. Zudem hat die Tönnies-Gruppe einen Beirat installiert, den der Maschinenbau-Unternehmer und Ex-VDMA-Chef Reinhold Festge leitet.

Wermutstropfen: Tönnies überwacht sich selbst

Mit den Ex-Vorständen Siegfried Russwurm (Siemens) und Helmut Limberg (Jungheinrich) sitzen zwei weitere erfahrene Manager im Gremium. Wermutstropfen bleibt aber: Mit Clemens Tönnies und Daniel Nottbrock gehören dem Beirat auch zwei Geschäftsführer an – und überwachen sie damit selbst. Zudem sind wir überzeugt: Gerade in der testosterongeprägten Tönnies-Welt wären Frauen im Beirat wichtig. Andererseits sollten wir nicht zu viel auf einmal erwarten. Deshalb goutieren wir hiermit ausdrücklich das Erreichte – und hoffen auf weitere Fortschritte.

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