Managergehälter: Warum der Fiskus schon bald einschreiten könnte

Die Debatte um das Salär des Air-Berlin-Chefs Thomas Winkelmann ist Wasser auf die Mühlen der Politiker, die strengere Regeln für Managergehälter fordern. So hat Grünen-Wirtschaftsexpertin Kerstin Andreae im Rahmen der Jamaika-Sondierungsgespräche erneut darauf gepocht, die steuerliche Absetzbarkeit bei 500.000 Euro pro Jahr zu deckeln. Einige Steuerexperten meinen allerdings, dass die Finanzämter schon auf Basis der geltenden Rechtslage einschreiten könnten.

Exzesse eindämmen auf Basis geltenden Rechts?

Wie bereits berichtet, ist der Bonner Wirtschaftsanwalt und Steuerexperte Jan Schiffer überzeugt, dass der bestehende Rechtsrahmen ausreicht, um Exzesse einzudämmen. In der aktuellen WirtschaftsWoche hat er jetzt nachgelegt: „Die Finanzämter müssen überzogene Managergehälter nicht in voller Höhe als Betriebsausgaben anerkennen“, bekräftigte er. Dass der Rechtsrahmen bislang nicht ausgeschöpft wird, liegt seines Erachtens an der Scheu, rechtliches Neuland zu betreten. Und am drohenden Aufwand: Die Beamten, so Schiffer, müssten „intensiv abwägen und begründen, was nicht angemessen ist“ – und würden dabei den Top-Juristen der Konzerne gegenüberstehen. Mal schauen, ob sich das bald der erste Finanzbeamte zutraut.

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