Innovationen: Warum die Indus-Töchter ins Blaue hinein forschen

In vielen Unternehmen gelten für Forschung und Entwicklung strenge Controlling-Leitlinien: Ideen werden ausführlich auf ihre Realisierbarkeit abgeklopft, und im Zweifel geht das Budget lieber anderswo hin. Klingt vernünftig? Wir meinen: Dieser Habitus ist womöglich der Anfang vom Ende. Denn auf diese Weise lässt sich zwar Bestehendes verbessern, aber nichts Neues schaffen. Evolution statt Disruption, Reform statt Revolution – das dürfte angesichts der rasanten digitalen Transformation und ihren Schumpeter’schen Ausmaßen vielfach nicht reichen.

Aus F&E wird F&E&E: Mehr Experimente wagen

Gefragt sind vielmehr Blicke über den Tellerrand und neue Ideen, und deshalb muss aus F&E dringend F&E&E werden: Forschung und Entwicklung und Experimente. Die mittelständische Indus-Holding in Bergisch Gladbach macht’s vor: Sie stellt ihren 45 Portfoliounternehmen bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, um ins Blaue hinein zu forschen. Die Zuschüsse gelten von vorneherein als ausgebucht; die Manager der Tochterfirmen dürfen deshalb Bedenken von Controllern weitgehend ignorieren. Ein überraschend langfristiger Ansatz für eine Holding, die bisweilen in einen Topf mit sogenannten Heuschrecken geworfen wird.

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