Unternehmenskultur: „Kulturelle Probleme sind Vorboten einer Krise“

Die meisten Management-Praktiker kennen das Zitat des Vordenkers Peter Drucker („Culture eats strategy for breakfast“) – und neigen dennoch dazu, die Bedeutung der Unternehmenskultur für den Erfolg zu unterschätzen: Von Kulturwandel ist in der Regel nur noch handfesten Skandalen die Rede, etwa bei der Deutschen Bank. Umso wichtiger, dass Martin Spilker von der Bertelsmann Stiftung während seines Vortrags auf dem 12. Deutschen Aufsichtsratstag (#DART12) klarstellte: „Kulturelle Probleme sind Vorboten der wirtschaftlichen Probleme!“

Fünf Frühindikatoren für Aufsichtsräte

Zudem präsentierte er fünf „Alarmsignale“ – darunter ein hoher Anteil von „Ja-Sagern“ im Unternehmen, ein „Mangel an Offenheit für Alternativen“ im Management sowie „Inkonsequenz bei Werten mit Kompromissen bei der Führungskräfteauswahl“. Spilker riet den rund 70 Aufsichtsräten im Düsseldorfer Industrie-Club, sich nicht allein auf Informationen des Vorstands zu verlassen, sondern „ins Unternehmen hineinzuhorchen“. Auch wir sind überzeugt: Sensibilität für die Unternehmenskultur ist in Aufsichtsräten wichtiger denn je. Denn Probleme können nicht nur in Skandalen münden, sondern auch die Innovationskraft schwächen und damit eine erfolgreiche digitale Transformation verhindern. Anders ausgedrückt: Kultur ist kein weicher Faktor, sondern eine Existenzfrage.