Chef weg, Aktie kollabiert – Steinhoff versinkt im Chaos

Der Möbel-Riese Steinhoff gerät mächtig ins Wanken. Nach dem Abgang seines Chefs verschiebt der Poco-Mutterkonzern die Vorlage seiner Jahreszahlen wegen Unregelmäßigkeiten auf unbestimmte Zeit. Das Unternehmen werde die geprüften Zahlen veröffentlichen, sobald es dazu in der Lage sei, teilte Steinhoff am Mittwoch in Amsterdam mit.

Dabei gehe es auch um die Frage, ob die Zahlen für Vorjahre angepasst werden müssten. Eigentlich wollte die Gesellschaft die Zahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr am Mittwochmorgen vorlegen. Bereits vor einigen Wochen hatte manager magazin exklusiv über die fragwürdigen Bilanzierungspraktiken bei Steinhoff berichtet.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz auf die Nachrichten. Die im Nebenwerteindex MDax enthaltenen Papiere brachen am Mittwoch kurz nach Handelsbeginn in Frankfurt um 57 Prozent auf 1,26 Euro ein. An der Börse in Johannesburg verlor das Papier am Morgen 62 Prozent an Wert. Schon zuvor hatten die Aktien seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert abgegeben.

Commerzbank-Analyst Andreas Riemann warnte vor Investitionen in den Konzern. Anleger sollten ihre Finger von den Aktien des Möbelkonzerns lassen, schrieb er am Morgen in einer Studie. Die Untersuchungen seien eine schlechte Nachricht und stellten ein großes Fragezeichen hinter die Ergebnisse der vergangenen Jahre. Sein Kollege Stephen Carrott von JPMorgan Cazenove senkte seine Empfehlung von „Overweight“ auf „Neutral“.

Steinhoff ist ein Konzern mit Rechtssitz in Amsterdam und einem operativen Hauptquartier in Südafrika. In Deutschland ist Steinhoff vor allem durch seine Poco-Möbelhäuser bekannt.

Bereits am Vorabend hatte Steinhoff mitgeteilt, dass Konzernchef Markus Jooste mit sofortiger Wirkung abtritt. Auch der Chef der Afrika-Tochter Star nimmt seinen Hut. Die Börsenaufsicht in Südafrika prüft mögliche Fälle von Insiderhandel mit Steinhoff-Papieren.

Aufsichtsratschef Christoffel Wiese soll den Konzern nun übergangsweise leiten. Die Prüfgesellschaft PWC soll nun eine unabhängige Untersuchung durchführen.

Als Grund für die Personalrochade nannte die Gesellschaft neue Informationen über Unregelmäßigkeiten.

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