Wie K+S und sein Aufsichtsrat das Geld verpulvern

Der Salzkonzern K+S heuert von außen Vorstände an und wirft sie rasch wieder hinaus. Das kostet viele Millionen an Abfindungen – während im Unternehmen die Mitarbeiter bluten.

Während der Salzkonzern K+S spart und umbaut, wirft er in der Vorstandsetage das Geld hinaus. Nach Berechnungen dieser Zeitung summieren sich die Abfindungen für vorzeitig ausscheidende Vorstände der vergangenen Jahre auf Millionenbeträge. Soeben wurde – nach nicht einmal einem Jahr im Amt – abermals ein Vorstand hinauskomplimentiert, nämlich Otto Lose. Und das auf einer Position, die schon der Vorgänger vorzeitig geräumt hatte.

K+S schweigt sich zur Abfindung aus. Aber es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass Lose schlechter abschneidet als seine Kollegen. Und die wurden fürstlich abgefunden, wie eine Analyse der Geschäftsberichte aus den vergangenen Jahren ergibt. Loses Vorgänger Andreas Radmacher räumte im vergangenen Jahr seinen Vorstandsposten, sechs Monate vor Ende des Mandats – und bekam zum Abschied mehr als 1,6 Millionen Euro. Ende 2011 schied Finanzvorstand Jan Peter Nonnenkamp fünf Monate vor Vertragsende aus und erhielt einen ähnlichen Betrag. Lose hat nun das Unternehmen sogar mehr als zwei Jahre vor Ablauf des Mandates verlassen. Auffällig ist, dass der K+S-Aufsichtsrat alle drei von außen geholt hatte.

„Fit für die Zukunft“

K+S gehört zwar im Börsensegment M-Dax zu den moderat zahlenden Konzernen; eine Rangliste der Beratungsgesellschaft hkp zur Gesamtvergütung der Vorstandsvorsitzenden etwa siedelt den Konzern im unteren Drittel an. Dennoch dürfte das vergoldete Hin und Her im Vorstand Mitarbeiter des Bergbaukonzerns erregen. Sie machten in den vergangenen Jahren ein Sparprogramm namens „Fit für die Zukunft“ mit. Im vergangenen Jahr wurden Erfolgsprämien gekürzt oder gestrichen. Der Obere Führungskreis musste auf seine Boni ganz verzichten, was dort zu schlechter Laune führte. Das Verhältnis von durchschnittlichen Vorstands- zu Führungskräftebezügen stieg voriges Jahr laut Vergütungsbericht auf das 6,8-Fache, nach einem Faktor von 5,0 im Jahr zuvor.

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