Deutsche Bank und der DWS-Börsengang: Geld oder Kontrolle?

Das Geld aus dem Börsengang der Fondstochter DeAM (bald auch offiziell wieder: DWS) nimmt die Deutsche Bank gerne mit. Aber den künftigen Aktionären Mitspracherechte einräumen? Das dann lieber doch nicht. Die DWS soll deshalb eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) werden, die die Miteigentümer zu Kommanditisten degradiert: Sie erhalten zwar gleichberechtig Dividenden, haben aber sonst nichts zu melden. Und damit wirklich alles unter Kontrolle bleibt, hat DWS-Chef Nicolas Moreau laut Medienberichten auch in Zukunft zwei Hüte auf: Er soll weiter im Vorstand der Deutschen Bank sitzen.

Wie teuer verkaufen Aktionäre ihre Rechte?

Damit sind Interessenkonflikte programmiert. Die spannende Frage lautet aber zunächst: Wie teuer muss die Deutsche Bank die volle Kontrolle bezahlen? Investoren dürften für ihre Rechtlosigkeit einen Rabatt auf den Ausgabepreis fordern – zumal die Skepsis gegenüber (stimm-)rechtslosen Aktien seit einiger Zeit wächst. Kein Wunder: Volles (Aktien-)Risiko ohne entsprechende Einfluss ist kein guter Deal. Und mit Banken, die versuchen, Risiken ohne angemessene Gegenleistung auszulagern, haben in den letzten Jahren nicht nur Investoren schlechte Erfahrungen gemacht.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.