Belgien: Wie Aufsichtsräte für Erleuchtung sorgen

Fotos aus dem Weltall zeigen in Europa regelmäßig eine besonders hell erleuchtete Region: In Belgien bleiben die Straßenlaternen selbst auf Landstraßen die gesamte Nacht über an. Offiziell begründen dies die Verantwortlichen mit der höheren Verkehrssicherheit, aber eine aktuelle Recherche der New York Times weckt Zweifel an dieser Darstellung: Der wahre Grund seien Lokalpolitiker, die als Aufsichtsräte in den Gremien der Energiekonzerne und Stadtwerke säßen, sagte der Buchautor und ehemalige Bürgermeister Peter Reekmans den Journalisten.

10.000 gut dotierte Posten für Lokalpolitiker

Der hohe Stromverbrauch sorge für höhere Erträge der Unternehmen – und damit zugleich für satte Ausschüttungen an die Kommunen, die Anteile halten. Zudem sichere die gute Ertragslage attraktive Aufsichtsratsvergütungen, so Reekmans. Das System berge Interessenkonflikte „und macht die Politik in Belgien zu einer ziemlich profitablen Profession“. Quer durch alle Branchen, schätzt Reekmans, säßen im stark föderalistisch organisierten Belgien rund 10.000 Lokalpolitiker als Non-Executives in den Führungsgremien.

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