SAP-Aufsichtsratschef Plattner: Boni-Frieden mit den Investoren

Auf dem Deutschen Aufsichtsratstag (#DART12) haben hochrangige Aktionärsberater von ISS und Glass Lewis klargemacht: Wenn sie nicht nachvollziehen können, wie Boni zustande kommen, werden sie auch in Zukunft gegen Vergütungssysteme stimmen. Damit droht zum Beispiel den Aufsichtsräten bei SAP, Munich Re und ProSieben Sat1, die schon dieses Jahr abgewatscht wurden, erneut Ungemach. SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat deshalb laut Handelsblatt eine Transparenz-Offensive gestartet: Bereits im Oktober lud er demnach führende Investoren und Aktionärsberater in die Zentrale nach Walldorf ein – und versprach, die Boni-Kriterien genauer zu erklären.

Managergehälter: Akribische Prüfung vs. Vertrauen in den Aufsichtsrat

Wir halten das für richtig. Schließlich ist es legitim, wenn Eigentümer ausschließen wollen, dass Aufsichtsräte üppige Boni nach Gutsherrenart verteilen. Allerdings haben wir auch Sympathie für einen alternativen Weg, um dieses Ziel zu erreichen: Gerade kontinentaleuropäisch geprägte Investoren schauen weniger genau auf die Details der (meist zu komplexen) Vergütungssysteme – achten dafür aber umso akribischer auf die Zusammensetzung und Kompetenz des Aufsichtsrats. Die Logik dahinter: Wenn das Kontrollgremium gut besetzt ist, sind sowieso keine überzogenen Boni zu befürchten. So lässt sich das Problem bei der Wurzel packen.

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