Hilti-Präsident Fischer & die Firmenkultur: Weniger Werte, mehr Moral

Wenn Manager die Unternehmenskultur stärken wollen, setzen sie meist auf Verhaltenskodizes und Ethik-Leitlinien. Doch wer die wohlklingenden Texte studiert, wird das kennen: Häufig strotzen sie vor Selbstverständlichkeiten und Plattitüden. Und die Liste der „Werte“, für die das Unternehmen angeblich steht, ist bisweilen derart lang, dass Religionsgründer vor Neid erblassen würden. Aber immerhin: Seit einiger Zeit geht der Trend in eine andere Richtung; immer mehr Verantwortliche gehen dazu über, einige wenige Werte auszuwählen, die das Unternehmen wirklich ausmachen und von Wettbewerbern unterscheiden (sollen).

Bosch-Chef Denner: Drei Prinzipien für neue Technologien

So hat der Werkzeughersteller Hilti (CEO: Christoph Loos, Verwaltungsratspräsident Heinrich Fischer) die Liste auf vier zentrale Werte zusammengestrichen: Integrität, Courage, Teamwork und Engagement. Und der Autozulieferer Bosch setzt zwar weiter auf sieben Leitlinien, hat diese nach Dieselgate aber immerhin in einem „Produktentwicklungskodex“ konkretisiert, wie Konzernchef Volkmar Denner nun in einem Interview berichtete. Zu den drei Prinzipen gehört demnach, dass „Legalität und Bosch-Werte vor Kundenwunsch“ gehen und ein Verbot von Software, die erkennt, ob ein Auto im Testmodus ist bzw. auf dem Prüfstand steht. Damit dürften Mitarbeiter mehr anfangen können als mit Plattitüden à la „Wir achten Recht und Gesetz“.

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