Managergehälter: Zu viele Steilvorlagen für Populisten

Keine Frage: Vielerorts hat sich was getan in Sachen Managergehälter. Die Zahl der Boni-Exzesse lässt nach, zahlreiche Aufsichtsräte haben die Kriterien verschärft. Allerdings liegt noch immer Einiges im Argen: Das Vergütungsniveau der Vorstände geht nur geringfügig zurück und lag im Dax-Durchschnitt zuletzt beim 57-fachen eines typischen Mitarbeiters (teilweise sogar beim 141-fachen). Das ist – gerade vor dem Hintergrund aktueller Zahlen des französischen Ökonomen Thomas Piketty zur Ungleichheit – eine Steilvorlage für Populisten von links und rechts, die die „Eliten“ und die Marktwirtschaft diskreditieren wollen.

Aufsichtsräte riskieren Einschreiten der Politik

Aufsichtsräte sind deshalb 2018 gefordert, weiter (und vielfach entschlossener) gegenzusteuern. Sonst sollte sich niemand wundern, wenn der Gesetzgeber eingreift – zum Beispiel mit einer pauschalen Obergrenze oder strengen steuerlichen Sanktionen, wie sie unter anderem SPD-Chef Martin Schulz fordert. Unabhängig von der Vergütungshöhe gilt es zudem, für mehr Transparenz in den Vergütungsberichten zu sorgen. Denn immer mehr Investoren und Aktionärsberater wollen nachvollziehen, wofür Boni fließen – und haben bereits angekündigt, während der HV-Saison 2018 konsequent gegen intransparente Vergütungssysteme zu stimmen.

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