Aktionärsberater: Hermes-Manager Hirt definiert perfekten Aufsichtsrat

Der einflussreiche britische Aktionärsberater Hermes EOS hat seine neuen Corporate-Governance-Leitlinien für Deutschland veröffentlicht, die wir als gute Einstimmung auf die HV-Saison 2018 hiermit zur Lektüre empfehlen. Denn der deutsche Hermes-EOS-Chef Hans-Christoph Hirt und seine Kollegen haben prägnant zusammengefasst, was einen guten Aufsichtsrat ausmacht. Besonders wichtig sind demnach eine breite Palette von „angemessenen“ Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen sowie eine „ausreichende Anzahl wirklich unabhängiger Mitglieder“.

Managergehälter: Unabhängige Aufsichtsräte sollen entscheiden

In diesem Zusammenhang betont Hermes – übrigens in voller Übereinstimmung mit den VARD-Berufsgrundsätzen -, dass sich Aufsichtsräte dem Wohl des Unternehmens verpflichtet fühlen und selbiges über ihre eigenen Interessen und die einzelner Stakeholder stellen müssen. „Nicht unabhängige“ Aufsichtsräte, betonen Hirt & Co., könnten großen Druck spüren, die Interessen bestimmter Stakeholder zu vertreten. Das gilt für Arbeitnehmervertreter, aber auch für Investoren, wie aktuell der Konflikt zwischen ThyssenKrupp und Großaktionär Cevian zeigt. Darüber hinaus fordert Hermes EOS Konsequenzen für Aufsichtsräte, die von der Hauptversammlung nicht oder mit überschaubarer Mehrheit entlastet werden sowie die Einrichtung von Vergütungsausschüssen, in denen unabhängige Gremienmitglieder dominieren.