Achleitner & Kagermann: Aufsichtsräte verweigern üppige Boni

Bei der Deutschen Bank wird „heftig“ gestritten – und zwar im Aufsichtsrat. Was für manchen nach Zwietracht und Führungschaos klingt, ist aus unserer Sicht ein gutes Zeichen. Denn es zeigt, dass die Aufsichtsräte ihren Job ernst nehmen und mit Herzblut bei der Sache sind, statt die Ansinnen des Vorstands durchzuwinken. Stein des Anstoßes war laut einem Bericht der WirtschaftsWoche, dass die Vorstände Marcus Schenck und Garth Ritchie deutlich höhere Boni für die Investmentbanker gefordert haben. 2016 hatte die Deutsche Bank die variablen Vergütungen drastisch gekürzt.

Vergütungskontrollausschuss vs. risikofreudige Investmentbanker

Andere Vorstände und vor allem Aufsichtsräte hätten Schencks und Ritchies Vorstoß auf einer Sitzung im Dezember jedoch abgelehnt. Wir vermuten: Eine zentrale Rolle bei der Debatte dürften Gremienchef Paul Achleitner und Henning Kagermann gespielt haben, die für die Aktionäre im Vergütungskontrollausschuss des Aufsichtsrats sitzen. Das Duo will offenbar lieber ambitionierte Investmentbanker ziehen lassen, statt erneut Fehlanreize zu schaffen. Wir meinen: Richtig so.