Lufthansa: Eine Mammutaufgabe für Karl-Ludwig Kley

Wer sich für Fußball interessiert, wird das kennen: Mannschaften mit vielen neuen Spielern müssen erst zusammenfinden – und starten oft schwach in die Saison. Ähnlich ist es bei Vorstands- und Aufsichtsgremien, weshalb Verantwortliche im Rahmen der Nachfolgeplanung in der Regel darauf achten, dass nicht zu viele Mitglieder gleichzeitig aufhören. Bei der Lufthansa hat das nicht geklappt: Zur Hauptversammlung im Mai geben mindestens acht der 20 Kontrolleure ihre Mandate ab, darunter laut Spiegel sieben Arbeitnehmervertreter sowie der 70-jährige ehemalige US-Vizefinanzminister Robert Kimmitt, der aus Altersgründen ausscheidet.

Schlechte Nachfolgeplanung, gutes Onboarding?

Und das ist noch nicht alles: Bereits in diesen Tagen verlässt Multi-Aufsichtsrat Werner Brandt das Gremium (sobald sein Nachfolger, Henkel-Finanzchef Carsten Knobel, gerichtlich bestellt ist).  Der neue Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley steht damit vor der Mammutaufgabe, die neuen Mitglieder möglichst schnell zu integrieren und ein Team zu formen, dass den Vorstand effizient überwacht. Das wird nicht nur ein Lackmustest für den Onboarding-Prozess im Lufthansa-Aufsichtsrat, sondern auch für Kleys Führungs- und Moderationsqualitäten. Wir drücken die Daumen – hätten es aber lieber gesehen, wenn ein solcher Test nicht notwendig geworden wäre.

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