Hamburger Sparkasse: SPD-Mann nickt Millionen-Gehälter ab

Ein Sparkassen-Manager, der mehr als 1,5 Millionen Euro im Jahr kassiert? Diese Meldung sorgte Ende vergangener Woche für heftige Debatten. Und ja: Auch wir hätten nicht gedacht, dass derartige Beträge im öffentlichen Sektor möglich sind. Erstaunlich finden wir zudem, dass der Aufsichtsrat, der das üppige Salär abgesegnet hat, von einem SPD-Mann geleitet wird: Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Sparkasse (Haspa) ist Günter Elste (68), der von 1989 bis 1996 die Hamburger SPD-Fraktion leitete und danach für 20 Jahre die Hamburger Hochbahn AG als Vorstandschef leitete.

Verantwortungsbewusste Aufsichtsräte statt neue Gesetze

Neben dem im Geschäftsbericht nicht namentlich genannten Spitzenverdiener (mutmaßlich Bankchef Harald Vogelsang, 58) verdienten auch die übrigen Haspa-Vorstände siebenstellig – laut Medienberichten vor allem wegen üppiger Pensionszusagen. Der Fall zeigt mal wieder: Auch Sozialdemokraten im Aufsichtsrat können oder wollen überzogene Vorstandsvergütungen oft nicht verhindern (wie beispielsweise auch bei VW). Die SPD-Spitze, die mit pauschalen gesetzliche Vorgaben für Managergehälter liebäugelt, sollte deshalb erstmal die eigenen Leute in den Kontrollgremien für die Thematik sensibilisieren.

DCGIBoardNews

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