HVB-Aufsichtsrat Sprißler: Managerhaftung für Cum-Ex-Deals?

Die sogenannten Cum-Ex-Geschäfte waren nicht nur ein dreister Griff in die Staatskasse, sondern auch illegal – so sieht es derzeit jedenfalls die Mehrheit der Juristen. Somit ist es unabdingbar, dass die beteiligten Banken versuchen, die verantwortlichen Manager in die Verantwortung zu nehmen. Aber was ist, wenn einer der Aufsichtsräte selbst zu den möglichen Anspruchsgegnern gehört? So ist bei der HVB, die die drei Ex-Vorstände Rolf Friedhofen, Andreas Wölfer und Roland Seilheimer auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt 180 Millionen Euro verklagt hat. Vor wenigen Tagen begann der Prozess vor dem Landgericht München.

Interessenkonflikt im Kontrollgremium: Kläger oder Beklagter?

Die Beschuldigten meinen laut Medienberichten, dass – wenn überhaupt – auch vier weitere ehemalige Manager zahlen müssten. Was das Ganze besonders brisant macht: Zu dieser Gruppe gehört der frühere Vorstandschef Wolfgang Sprißler (72), der seit acht Jahren im Aufsichtsrat der HVB sitzt, dort als Vize von Aufsichtsratschef Gianni Franco Papa fungiert und in der Bank den Grandseigneur-Status genießt. „Dass seine Ex-Kollegen ihn nun quasi von der Klägerseite auf die Seite der Beklagten ziehen wollen, dürfte im Kontrollgremium für einige Aufregung sorgen“, schreibt das Handelsblatt.

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