Künstliche Intelligenz: Wo Einstein im Vorstand sitzt

Marc Benioff gehörte zu den Managern, die auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Interessantes zu berichten hatten. An den montäglichen Sitzungen der Führungskräfte nehme neuerdings ein virtueller Manager namens Einstein teil, berichtete der CEO des US-Softwarekonzerns Salesforce. Und er selbst frage Einstein regelmäßig, was er von Vorschlägen hält. Das führe zu besseren Entscheidungen, so Benioff. Denn: Die Künstliche Intelligenz (KI) könne riesige Datenmengen auswerten und halte zudem keine schlechten Nachrichten aus persönlichen Gründen zurück.

Der nächste Schritt ist der virtuelle Aufsichtsrat

So habe Einstein jüngst einen europäischen Salesforce-Manager verärgert, indem er prognostizierte, dass dieser die versprochenen Ergebnisse nicht liefern werde – ergänzt um ein geradezu menschliches „I’m so sorry“. Der Fall zeigt: Künstliche Intelligenz erobert nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Führungsgremien – und die IT-Branche, die in den 90ern bereits das heute vielbeschworene Konzept der „Agilität“ erfunden hat, ist wieder vorne dran. Deutsche Vorstände sind deshalb gut beraten, einen eigenen Einstein ins Boot zu holen. Das gilt übrigens genauso für Aufsichtsräte, wie auf dem jüngsten Deutschen Aufsichtsratstag (DART) deutlich wurde. Schließlich ist die Überwachung, also etwa das Sammeln, Priorisieren und Analysieren von Informationen, ein typisches Anwendungsgebiet für Künstliche Intelligenz (siehe dazu den DART-Impulsvortrag „Der autonome Aufsichtsrat“ von Peter H. Dehnen).

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