SAP-Aufsichtsrätin Joost: Internetbotschafterin mit Interessenkonflikt?

Die Designforscherin Gesche Joost (43) hat es jüngst gleich in zwei Aufsichtsräte geschafft: Sowohl der Prothesenhersteller Otto Bock als auch das Geldhaus ING Diba haben die Professorin an der Universität der Künste Ende 2017 zur Kontrolleurin berufen. Für Schlagzeilen sorgt nun allerdings ein Mandant, dass sie bereits seit 2015 ausübt: Ihre Rolle als Aufsichtsrätin des Software-Konzern SAP sorge für Interessenkonflikte, kritisiert die Nichtregierungsorganisation Lobbycontrol. Schließlich sei Joost zugleich Internetbotschafterin der Bundesregierung.

Worum es im SAP-Aufsichtsrat geht

In dieser Funktion, rügen Kritiker, habe sie Einfluss auf die Digitalstrategie des Bundes. Damit könnte sie theoretisch im Sinne von SAP Einfluss nehmen oder den dortigen Verantwortlichen wichtige Hinweise geben. Joost widerspricht im aktuellen Spiegel: Sie sehe „keinen Interessenkonflikt. Im Aufsichtsrat geht es nicht um politische Themen, sondern um Technologieentwicklung“. Zudem sei sie kein Mitglied der Bundesregierung. Auch das zuständige Bundeswirtschaftsministerium hält die Sache für unproblematisch und verweist darauf, dass es ja nicht um einen „klassischen Beratervertrag“, sondern um ein Aufsichtsratsmandat gehe.

DCGIBoardNews

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