Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig: Internet? Ohne mich

Ein Aufsichtsratsvorsitzender, der noch nie im Internet gesurft hat? Das schien uns im Jahr 2018 kaum vorstellbar. Und doch hat das Manager Magazin einen hartnäckigen Digital-Verweigerer aufgespürt: Lidl-Chefkontrolleur Klaus Gehrig (69) – vor nicht allzu langer Zeit noch zum Manager des Jahres gekürt – sei „noch nie im Internet gesurft, geschweige denn hat er je etwas online bestellt“. Aber immerhin „ließ er sich Anfang 2018 eine Mailadresse einrichten, damit seine Frau ihn besser erreichen kann“, berichten die Autoren in süffisanten Ton, um danach ausführlich die Probleme Lidls bei der Digitalisierung zu beleuchten („Der geplatzte Onlinetraum“).

Digitalisierung: Online-Kompetenz ist essentiell – aber nur der Anfang

Wir meinen: Es scheint keineswegs abwegig, einen Zusammenhang zwischen Gehrigs analoger Beharrlichkeit und den digitalen Problemen des Handelsriesen herzustellen – zumal der Vertraute von Lidl-Gründer Dieter Schwarz alles andere als ein zurückhaltender Aufsichtsratschef ist und kräftig im operativen Geschäft mitmischt. Wir sind jedenfalls überzeugt: Aufsichtsräte von heute müssen nicht nur versiert im Umgang mit dem World Wide Web sein, sondern sich darüber hinaus intensiv mit Künstlicher Intelligenz und den Implikationen für Unternehmensführung und -überwachung beschäftigen. Da hat Gehrig noch einen weiten Weg vor sich.

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