Willy Bogner: Wie der Patriarch seinen Aufsichtsrat degradierte

Der Mode-Unternehmer Willy Bogner (75) hat derzeit keine gute Presse. Der Patron könne „nicht loslassen“ und treibe so „sein Lebenswerk in den Abgrund“, schreibt die WirtschaftsWoche. Und das Manager Magazin kritisiert einen „Alleingang“ bei der Abberufung von CEO Alexander Wirth. Führende Aufsichtsräte hätten davon „erst im Nachhinein“ erfahren. Dazu muss man wissen: Bogner firmiert als Kommanditgesellschaft auf Aktien, in der der Komplementär und Eigentümer durchregieren darf.

Verhindert Wolfgang Reitzle, dass Bogner durchregiert?

Aber wozu eigentlich ein fünfköpfiger Aufsichtsrat, wenn er bei der Vorstandsbesetzung nicht mitredet? Das fragten sich offenbar auch die renommierten Kontrolleure Herbert Henzler und Jürgen Weber (beide 76), die nach Bogners Alleingang ihren Hut nahmen. Wirtschaftsanwalt Alexander Liegl (59) blieb dagegen an Bord. Kein Wunder: Der Noerr-Partner gilt als Bogner-Vertrauter, und laut Manager Magazin macht seine Kanzlei Geschäfte mit dem Unternehmen. Unabhängigkeit sieht anders aus. Wir sind nun gespannt, ob Bogner seinen Aufsichtsrat weiter ignoriert und damit zum Corporate-Governance-Feigenblatt degradiert. Der selbstbewusste neue Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle (68) dürfte dann schnell wieder weg sein – und Bogners Lebenswerk einen Schritt näher am Abgrund.

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