Wirecard: Wie der Aufsichtsrat Spekulanten ausbremsen könnte

Der Zahlungsdienstleister Wirecard ist mal wieder ins Visier von Spekulanten geraten. Nachdem eine bis dato unbekannte US-Online-Publikation schwere Vorwürfe erhoben hatte, stürzte die Aktie ab – ein gefundenes Fressen für Leerverkäufer, die auf Kursrückgänge spekulieren. Zwar erholte sich der Kurs nach einem klaren Dementi des bayrischen TecDax-Konzerns wieder. Aber der Absturz zeigt: Das Vertrauen der Börsianer in Wirecard ist noch immer leicht zu erschüttern. Und daran trägt Wirecard aus unserer Sicht eine Mitschuld.

Die SAP-Managerin und die beiden alten Hasen

Denn die wirkungsvollste vertrauensbildende Maßnahme wäre eine gute Corporate Governance – und da hat Wirecard manches verschlafen. Nehmen wir den Aufsichtsrat: An der Spitze des vierköpfigen Gremiums stehen mit Wulf Matthias und seinem Vize Alfons Henseler zwei 74-jährige Banker, die bereits seit zehn bzw. 13 Jahren amtieren. Es ist deshalb Zeit für frischen Wind – optimalerweise in Form von Kontrolleuren, die für mehr Diversity im Gremium sorgen und unter Börsianern Vertrauen genießen. Wir sind überzeugt: So könnte Wirecard mancher Leerverkäufer-Attacke den Nährboden entziehen. Immerhin: Mit der Berufung der 39-jährigen SAP-Managerin Vuyiswa V. M’Cwabeni hat der Wirecard-Aufsichtsrat 2016 in Sachen Diversity einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Jetzt gilt es, daran anzuknüpfen.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.